In deinem neuen Roman »Der Geschmack von Mandeleis« entdeckt die Hauptfigur Maya die Liebe fürs Lesen. Wer hat dich mit dem Lesen in Berührung gebracht?

Es war meine Grundschullehrerin. Sie war der Meinung, wir sollten viel lesen, egal, um welche Art von Literatur es sich handelte. Einer meiner Favoriten war damals Tom Sawyer. Später kamen dann weitere Klassiker dazu, zum Beispiel von Charlotte Brontë und Dostojewski.

Auch Comics habe ich in der Grundschule gern gelesen. Mein älterer Cousin packte für meinen Bruder und mich in den Winterferien regelmäßig einen Schlitten voll mit unterschiedlichen Comics, den wir überall, wo wir hingingen, hinter uns herzogen, damit uns die Lektüre nie ausging.

Was bedeutet Lesen für dich?

Es erweitert den Horizont und erlaubt einem in unbekannte Welten einzutauchen. Außerdem schafft es ein gutes Buch, Gefühle zu wecken und die Leser zum Nachdenken anzuregen.  Gleichzeitig ist es einfach gute Unterhaltung.

Nachdem Maya einen alten Brief der großen Liebe des Buchhändlers Friedrich findet, reist sie mit ihm nach Italien. Was fasziniert dich an dem Land?

Es ist ein wunderschönes und facettenreiches Land mit netten Leuten und fantastischem Essen. Wenn man über die Grenze nach Italien fährt, hat man schnell den Eindruck, dass die Sonne auf einmal heller strahlt.

Was sind deine italienischen Lieblingsgerichte?

Oh, da gibt es viele. Die Italiener verstehen es, aus einfachen Zutaten köstliche Gerichte zuzubereiten. Auch mit saisonalen Zutaten weiß die italienische Küche erstaunlich viel anzufangen – da wird schon mal in der Kürbiszeit eine Vorspeise, ein Hauptgericht und ein Dessert aus Kürbis gezaubert!

Egal, ob Pasta, Pizza, Fisch oder Dolci, ich liebe das alles – nur der Kaffee ist mir zu stark.

Der neue Roman: Bücherliebe in Heidelberg und Dolce Vita in Italien.

»Die Tür quietschte beim Aufdrücken und gleichzeitig ertönte eine Klingel. Die massiven Holzregale waren vollgestopft mit Büchern. Auch auf den kleinen Tischen im Raum stapelten sich überall Bücher. Das ganze Interieur verströmte eine gewisse Ehrfurcht. Maya sog die Luft ein. Es roch ungewohnt, fast ein bisschen modrig, aber nicht unangenehm. Der Duft von altem Papier. An den wenigen freien Flächen hingen Plakate oder eingerahmte Buchcover.
Der Laden wirkte heimelig und urig und ein Teil von Maya fühlte sich gleich wohl. [...] Sie kam an einem Tisch vorbei, auf dem sich in mehreren Holzkisten zahlreiche Bücher stapelten, die allesamt alte braune Umschläge hatten. Der Laden war wohl auch eine Art Antiquariat, neben Neuware wurden gebrauchte Bücher und echte Antiquitäten verkauft. Maya konnte nicht anders, einem spontanen Impuls folgend ließ sie ihre Handfläche über die alten Bücher gleiten, als sie weiterging.«

aus »Der Geschmack von Mandeleis«

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