{"id":355,"date":"2017-01-06T14:53:04","date_gmt":"2017-01-06T14:53:04","guid":{"rendered":"http:\/\/ella-wuensche.de\/jupiter_installation\/?page_id=355"},"modified":"2024-04-01T17:42:20","modified_gmt":"2024-04-01T17:42:20","slug":"die-bewegendsten-geschichten-schreibt-das-leben","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ella-wuensche.de\/jupiter_installation\/interviews\/die-bewegendsten-geschichten-schreibt-das-leben\/","title":{"rendered":"Die bewegendsten Geschichten schreibt das Leben"},"content":{"rendered":"<p>Ein Bosnien-Besuch mit Ella W\u00fcnsche zur Ver\u00f6ffentlichung des Romans \u00bbDer Duft von Erdbeersaft\u00ab.<\/p>\n<p><em>Dieser Text erschien zuerst im Magazin der \u00bbLieblingsautoren\u00ab zur Leipziger Buchmesse 2016.<\/em><\/p>\n<p><strong>Ella W\u00fcnsche liebt Geschichten. Die Heidelberger Autorin mit bosnischen Wurzeln findet die Inspirationen h\u00e4ufig im echten Leben. In ihrem neuesten Roman \u201eDer Duft von Erdbeersaft\u201c erz\u00e4hlt sie von Annie, die zur strebsamen Tochter erzogen wurde und gerade ihr Studium im Rekordtempo absolviert. Doch was ihr im Leben fehlt, ist Leidenschaft. Als Annie in die bosnische Heimat ihrer Mutter reist, stolpert sie \u00fcber ein Geheimnis aus deren Jugendzeit \u2013 eine gro\u00dfe Liebesgeschichte, die sogar den Tod \u00fcberdauert hat. Es ist eine Geschichte, die Ella W\u00fcnsche sehr am Herzen liegt, weil sie sich in ihrem Freundeskreis in den Neunzigern sehr \u00e4hnlich zugetragen hat.<\/strong><\/p>\n<p>Ein schmaler, ausgetretener Trampelpfad, der den Berg hinauff\u00fchrt. Die B\u00e4ume erstrahlen in sattem Gr\u00fcn. Ein paar Senioren in Badem\u00e4nteln gr\u00fc\u00dfen uns. Ein kleiner Bunker schaut zwischen den B\u00fcschen hervor. Und dazu vereinzelte Sonnenstrahlen, die an diesem warmen Herbstnachmittag durch das Bl\u00e4tterdach hindurchbrechen. Von hier oben hat man den besten Ausblick auf den kleinen Kurort, mit seinen gro\u00dfen Hotelanlagen, die gerade wieder einmal ausgebaut werden. Ausl\u00e4ndische Besucher denken bei Bosnien meist an mediterrane Landschaft, so wie etwa in Kroatien. Wenn sie dann hier ankommen, f\u00e4llt ihnen auf, dass die bosnischen Berge in Wirklichkeit erstaunlich viel \u00c4hnlichkeit mit dem Schwarzwald haben.<\/p>\n<p>Ella W\u00fcnsche ist abwechselnd bei den Eltern in Deutschland aufgewachsen und hier bei Verwandten, im idyllischen Kurort. \u00bbKurz vor Kriegsausbruch hat mein Vater mich zur\u00fcck nach Deutschland geholt. Meine Schulfreunde sind gr\u00f6\u00dftenteils geflohen, manche sind auch geblieben\u00ab, sagt Ella W\u00fcnsche.<\/p>\n<p>Besonders ein Schicksal hat sie noch jahrelang bewegt, das einer guten Freundin. Im Buch bildet sie die Inspiration f\u00fcr \u201eMarija\u201c, die Anfang der Neunziger von einer Karriere als S\u00e4ngerin tr\u00e4umt und in einer Nachwuchs-Rockband singt.<\/p>\n<p>\u00bbDiese Zeit kurz vor dem Krieg, das war auch meine Jugendzeit. Damals hingen wir den ganzen Tag in Caf\u00e9s herum, tranken Erdbeersaft, haben von Musikern geschw\u00e4rmt und unsere Zukunftstr\u00e4ume gesponnen. Dass ausgerechnet in Bosnien ein Krieg ausbrechen k\u00f6nnte, wo damals der Nationalismus kaum ausgepr\u00e4gt war, das hat lange niemand von uns Jugendlichen glauben wollen.\u00ab<\/p>\n<p>Die 18-j\u00e4hrige Marija verliebt sich in den Mitdrei\u00dfiger und Bandleader Keith. Der coolste Typ in der Kleinstadt, der schon die halbe Welt gesehen hatte und ein Kosmopolit war, er passte so gar nicht in das kleinkarierte Provinzleben.<\/p>\n<p>\u00bbDiese Band gab es wirklich in meiner Jugendzeit. Und den Kerl, den hier alle nur Keith nannten. Wenn er nicht gerade in Bosnien war, reiste er durch die Welt und trieb sich in Rom und Paris und anderen europ\u00e4ischen Metropolen herum. Die Liebe zu meiner Freundin hat er nie erwidert, obwohl er sie immer nur G\u00f6ttin nannte. Ich denke, weil seine Lebenserfahrung zwischen ihnen stand. Er nannte sie mal <i>so rein wie Zigarettenpapier<\/i>. Sp\u00e4ter hat er sich freiwillig f\u00fcr den Krieg gemeldet, was niemand so recht verstanden hat.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDie Leute, die mit ihm zusammen im Krieg waren, erz\u00e4hlen, dass er irgendwann immer mehr von seiner Marija erz\u00e4hlt hat. Doch er ist im Krieg geblieben.\u00ab<\/p>\n<p>Auch die echte \u201eMarija\u201c, die heute wieder hobbym\u00e4\u00dfig in einer Band singt, besch\u00e4ftigt die Geschichte immer noch so sehr, dass sie vor ein paar Jahren einen Song \u00fcber den Unsterblichen geschrieben hat.<\/p>\n<p>\u00bbZum Gl\u00fcck geht es ihr heute gut. Sie f\u00fchrt ein gl\u00fcckliches Leben mit ihrer Familie und arbeitet in Den Haag als Dolmetscherin\u00ab, sagt Ella W\u00fcnsche, als wir den Berg hinab steigen und uns in eins der zahlreichen Caf\u00e9s um das Kurgel\u00e4nde setzen.<\/p>\n<p>\u00dcberall sitzen junge Leute herum, mitten am Tag, trinken ihren Mokka, essen Baklava und rauchen viel. Die Arbeitslosigkeit ist hoch in Bosnien, aber die meisten Menschen schaffen es, sich mit der Situation zu arrangieren. Mit schwarzem Humor und Kaffeebesuchen. So ist das echte Leben in Bosnien.<\/p>\n<p>Warum sie h\u00e4ufig auf Begebenheiten zur\u00fcckgreift, will ich von Ella W\u00fcnsche wissen.<\/p>\n<p>\u00bbEs gibt Geschichten, die es wert sind, dass man sie nicht vergisst\u00ab, sagt die Autorin.<\/p>\n<p>\u00bbEs sind immer Begebenheiten, die mich selbst ber\u00fchren oder auch zum Lachen bringen, die ich aufgreife.\u00ab<\/p>\n<p>Auch in ihrem ersten Roman \u00bbDas Leben ist (k)ein Brautstrau\u00df\u00ab, kam die Inspiration f\u00fcr Miriam, die als Bedienung bei einem Caterer f\u00fcr ausl\u00e4ndische Hochzeiten arbeitet und dabei selbst von der gro\u00dfen Liebe tr\u00e4umt, aus dem Bekanntenkreis. \u00bbEine Freundin von mir hat lange Zeit in einem \u00e4hnlichen Umfeld gearbeitet. Sie hat mir immer wieder gesagt: Das ist so verr\u00fcckt, dar\u00fcber musst du man mal ein Buch schreiben. Und irgendwann habe ich das auch getan.\u00ab<\/p>\n<p>Neben gro\u00dfen Gef\u00fchlen kommt auch der Humor bei Ella W\u00fcnsche nicht zu kurz. \u00bbBei der Geschichte der Hochzeitsbedienung, die ihren Traumprinz sucht, w\u00e4hrend sie kuriose Dinge bei Hochzeiten erlebt, war das einfach. Bei meinem neuen Roman sieht das nat\u00fcrlich anders aus. Trotzdem versuche ich immer, eine gewisse Leichtigkeit in meinen Geschichten herzustellen. Dabei helfen mir tats\u00e4chlich Figuren aus dem echten Leben. Menschen und Typen, die ich beobachte, und die nicht selten eine Rolle als Nebenfigur in einem Roman erhalten.\u00ab<\/p>\n<p>Wir bezahlen und gehen noch ein bisschen spazieren. Am Nachmittag fahren wir in die Berge. Hinter sieben H\u00fcgeln gelangen wir zu einer kleinen, unscheinbaren H\u00fctte, die tief im dichten Wald versteckt, an einem Bach liegt. Hier verbirgt sich eine der besten Forellen-Bratereien im gro\u00dfen Umkreis. Eigentlich hat der Imbiss Winterpause eingelegt. Es gibt nur eine Terrasse mit provisorischem Dach f\u00fcr die G\u00e4ste. Doch f\u00fcr den Besuch aus Deutschland haben die Besitzer den Grill noch einmal angeschmissen. Und so lassen wir unsere M\u00e4ntel eben an beim Essen. Nachdem der Raki und die Fische in gro\u00dfen Mengen auf dem Tisch stehen, setzen sich die Hausherren zu uns und erz\u00e4hlen Geschichten aus ihrem Leben.<\/p>\n<p>Lauert hier schon die n\u00e4chste Inspiration f\u00fcr einen Ella W\u00fcnsche Roman, will ich von der Autorin wissen?<\/p>\n<p>\u00bbVielleicht. Man kann nie wissen. Aber f\u00fcr den Moment genie\u00dfe ich erst einmal das Essen. Die Forelle hier ist wirklich einmalig, nicht?\u00ab<\/p>\n<p><b>Verborgene Tr\u00e4ume, gro\u00dfe Gef\u00fchle \u2026 ein Liebesroman \u00fcber ein Familiengeheimnis.<\/b><\/p>\n<p>Eigentlich hat Annie nur ein Ziel: So schnell und so gut wie m\u00f6glich ihre Masterarbeit hinter sich zu bringen, nicht zuletzt um ihrer Mutter damit zu gefallen. Aber dann wird sie zur Hochzeit ihrer Cousine eingeladen und reist zum ersten Mal seit ihrer Kindheit wieder in die Heimat ihrer Familie. Dort angekommen entdeckt sie Geheimnisse aus der Jugend ihrer Mutter, die die sonst so distanzierte Frau in einem v\u00f6llig neuen Licht erscheinen lassen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem lernt sie Milos kennen, ein r\u00e4tselhafter Fremder mit einer gef\u00e4hrlichen Aura, um den sich jede Menge wilde Ger\u00fcchte ranken. Doch seine dunklen Augen rauben Annie den Schlaf. Soll sie der Versuchung nachgeben? Immer tiefer ger\u00e4t Annie in einen Strudel aus Geheimnissen und gro\u00dfen Gef\u00fchlen. Die Kontrolle \u00fcber ihr vorher so geordnetes Leben scheint ihr mit einem mal zu entgleiten.<\/p>\n<p>Irgendwann muss sie sich entscheiden: Will sie ihr Gl\u00fcck mit beiden H\u00e4nden ergreifen, daf\u00fcr aber alles, was ihr bisher wichtig war aufgeben? Oder will sie lieber in ihr gewohntes sicheres Leben zur\u00fcckkehren?<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><a href=\"https:\/\/ella-wuensche.de\/jupiter_installation\/der-duft-von-erdbeersaft\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"194\" height=\"300\" src=\"https:\/\/ella-wuensche.de\/jupiter_installation\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/covererdbeersaft_web-194x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-362\" srcset=\"https:\/\/ella-wuensche.de\/jupiter_installation\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/covererdbeersaft_web-194x300.jpg 194w, https:\/\/ella-wuensche.de\/jupiter_installation\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/covererdbeersaft_web.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/><\/a><\/figure><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Bosnien-Besuch mit Ella W\u00fcnsche zur Ver\u00f6ffentlichung des Romans \u00bbDer Duft von Erdbeersaft\u00ab. 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Ein kleiner Bunker schaut zwischen den B\u00fcschen hervor. Und dazu vereinzelte Sonnenstrahlen, die an diesem warmen Herbstnachmittag durch das Bl\u00e4tterdach hindurchbrechen. Von hier oben hat man den besten Ausblick auf den kleinen Kurort, mit seinen gro\u00dfen Hotelanlagen, die gerade wieder einmal ausgebaut werden. Ausl\u00e4ndische Besucher denken bei Bosnien meist an mediterrane Landschaft, so wie etwa in Kroatien. Wenn sie dann hier ankommen, f\u00e4llt ihnen auf, dass die bosnischen Berge in Wirklichkeit erstaunlich viel \u00c4hnlichkeit mit dem Schwarzwald haben. Ella W\u00fcnsche ist abwechselnd bei den Eltern in Deutschland aufgewachsen und hier bei Verwandten, im idyllischen Kurort. \u00bbKurz vor Kriegsausbruch hat mein Vater mich zur\u00fcck nach Deutschland geholt. Meine Schulfreunde sind gr\u00f6\u00dftenteils geflohen, manche sind auch geblieben\u00ab, sagt Ella W\u00fcnsche. Besonders ein Schicksal hat sie noch jahrelang bewegt, das einer guten Freundin. Im Buch bildet sie die Inspiration f\u00fcr \u201eMarija\u201c, die Anfang der Neunziger von einer Karriere als S\u00e4ngerin tr\u00e4umt und in einer Nachwuchs-Rockband singt. \u00bbDiese Zeit kurz vor dem Krieg, das war auch meine Jugendzeit. Damals hingen wir den ganzen Tag in Caf\u00e9s herum, tranken Erdbeersaft, haben von Musikern geschw\u00e4rmt und unsere Zukunftstr\u00e4ume gesponnen. Dass ausgerechnet in Bosnien ein Krieg ausbrechen k\u00f6nnte, wo damals der Nationalismus kaum ausgepr\u00e4gt war, das hat lange niemand von uns Jugendlichen glauben wollen.\u00ab Die 18-j\u00e4hrige Marija verliebt sich in den Mitdrei\u00dfiger und Bandleader Keith. Der coolste Typ in der Kleinstadt, der schon die halbe Welt gesehen hatte und ein Kosmopolit war, er passte so gar nicht in das kleinkarierte Provinzleben. \u00bbDiese Band gab es wirklich in meiner Jugendzeit. Und den Kerl, den hier alle nur Keith nannten. Wenn er nicht gerade in Bosnien war, reiste er durch die Welt und trieb sich in Rom und Paris und anderen europ\u00e4ischen Metropolen herum. Die Liebe zu meiner Freundin hat er nie erwidert, obwohl er sie immer nur G\u00f6ttin nannte. Ich denke, weil seine Lebenserfahrung zwischen ihnen stand. Er nannte sie mal so rein wie Zigarettenpapier. Sp\u00e4ter hat er sich freiwillig f\u00fcr den Krieg gemeldet, was niemand so recht verstanden hat.\u00ab \u00bbDie Leute, die mit ihm zusammen im Krieg waren, erz\u00e4hlen, dass er irgendwann immer mehr von seiner Marija erz\u00e4hlt hat. Doch er ist im Krieg geblieben.\u00ab Auch die echte \u201eMarija\u201c, die heute wieder hobbym\u00e4\u00dfig in einer Band singt, besch\u00e4ftigt die Geschichte immer noch so sehr, dass sie vor ein paar Jahren einen Song \u00fcber den Unsterblichen geschrieben hat. \u00bbZum Gl\u00fcck geht es ihr heute gut. Sie f\u00fchrt ein gl\u00fcckliches Leben mit ihrer Familie und arbeitet in Den Haag als Dolmetscherin\u00ab, sagt Ella W\u00fcnsche, als wir den Berg hinab steigen und uns in eins der zahlreichen Caf\u00e9s um das Kurgel\u00e4nde setzen. \u00dcberall sitzen junge Leute herum, mitten am Tag, trinken ihren Mokka, essen Baklava und rauchen viel. Die Arbeitslosigkeit ist hoch in Bosnien, aber die meisten Menschen schaffen es, sich mit der Situation zu arrangieren. Mit schwarzem Humor und Kaffeebesuchen. So ist das echte Leben in Bosnien. Warum sie h\u00e4ufig auf Begebenheiten zur\u00fcckgreift, will ich von Ella W\u00fcnsche wissen. \u00bbEs gibt Geschichten, die es wert sind, dass man sie nicht vergisst\u00ab, sagt die Autorin. \u00bbEs sind immer Begebenheiten, die mich selbst ber\u00fchren oder auch zum Lachen bringen, die ich aufgreife.\u00ab Auch in ihrem ersten Roman \u00bbDas Leben ist (k)ein Brautstrau\u00df\u00ab, kam die Inspiration f\u00fcr Miriam, die als Bedienung bei einem Caterer f\u00fcr ausl\u00e4ndische Hochzeiten arbeitet und dabei selbst von der gro\u00dfen Liebe tr\u00e4umt, aus dem Bekanntenkreis. \u00bbEine Freundin von mir hat lange Zeit in einem \u00e4hnlichen Umfeld gearbeitet. Sie hat mir immer wieder gesagt: Das ist so verr\u00fcckt, dar\u00fcber musst du man mal ein Buch schreiben. Und irgendwann habe ich das auch getan.\u00ab Neben gro\u00dfen Gef\u00fchlen kommt auch der Humor bei Ella W\u00fcnsche nicht zu kurz. \u00bbBei der Geschichte der Hochzeitsbedienung, die ihren Traumprinz sucht, w\u00e4hrend sie kuriose Dinge bei Hochzeiten erlebt, war das einfach. Bei meinem neuen Roman sieht das nat\u00fcrlich anders aus. Trotzdem versuche ich immer, eine gewisse Leichtigkeit in meinen Geschichten herzustellen. Dabei helfen mir tats\u00e4chlich Figuren aus dem echten Leben. Menschen und Typen, die ich beobachte, und die nicht selten eine Rolle als Nebenfigur in einem Roman erhalten.\u00ab Wir bezahlen und gehen noch ein bisschen spazieren. Am Nachmittag fahren wir in die Berge. Hinter sieben H\u00fcgeln gelangen wir zu einer kleinen, unscheinbaren H\u00fctte, die tief im dichten Wald versteckt, an einem Bach liegt. Hier verbirgt sich eine der besten Forellen-Bratereien im gro\u00dfen Umkreis. Eigentlich hat der Imbiss Winterpause eingelegt. Es gibt nur eine Terrasse mit provisorischem Dach f\u00fcr die G\u00e4ste. Doch f\u00fcr den Besuch aus Deutschland haben die Besitzer den Grill noch einmal angeschmissen. Und so lassen wir unsere M\u00e4ntel eben an beim Essen. Nachdem der Raki und die Fische in gro\u00dfen Mengen auf dem Tisch stehen, setzen sich die Hausherren zu uns und erz\u00e4hlen Geschichten aus ihrem Leben. Lauert hier schon die n\u00e4chste Inspiration f\u00fcr einen Ella W\u00fcnsche Roman, will ich von der Autorin wissen? \u00bbVielleicht. Man kann nie wissen. Aber f\u00fcr den Moment genie\u00dfe ich erst einmal das Essen. Die Forelle hier ist wirklich einmalig, nicht?\u00ab Verborgene Tr\u00e4ume, gro\u00dfe Gef\u00fchle \u2026 ein Liebesroman \u00fcber ein Familiengeheimnis. Eigentlich hat Annie nur ein Ziel: So schnell und so gut wie m\u00f6glich ihre Masterarbeit hinter sich zu bringen, nicht zuletzt um ihrer Mutter damit zu gefallen. Aber dann wird sie zur Hochzeit ihrer Cousine eingeladen und reist zum ersten Mal seit ihrer Kindheit wieder in die Heimat ihrer Familie. Dort angekommen entdeckt sie Geheimnisse aus der Jugend ihrer Mutter, die die sonst so distanzierte Frau in einem v\u00f6llig neuen Licht erscheinen lassen. Au\u00dferdem lernt sie Milos kennen, ein r\u00e4tselhafter Fremder mit einer gef\u00e4hrlichen Aura, um den sich jede Menge wilde Ger\u00fcchte ranken. Doch seine dunklen Augen rauben Annie den Schlaf. Soll sie der Versuchung nachgeben? Immer tiefer ger\u00e4t Annie in einen Strudel aus Geheimnissen und gro\u00dfen Gef\u00fchlen. Die Kontrolle \u00fcber ihr vorher so geordnetes Leben scheint ihr mit einem mal zu entgleiten. Irgendwann muss sie sich entscheiden: Will sie ihr Gl\u00fcck mit beiden H\u00e4nden ergreifen, daf\u00fcr aber alles, was ihr bisher wichtig war aufgeben? 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